Grüner Hintergrund

Der Absolutismus und Ludwig XIV

Absolutismus

Chateau_de_Versailles_1668_Pierre_Patel.jpgSpießrutenlauf von Daniel Nikolaus Chodowiecki

Der Absolutismus unter Ludwig XIV

In der Mitte des 17. Jahrhunderts beginnt in Europa eine besondere Epoche. Sie wird Absolutismus genannt. Fürsten und Könige bewunderten das Leben des französischen Königs Ludwig XIV. In der Nähe von Paris lies sich dieser das prachtvolles Schloss Versailles errichten und regierte dort als Alleinherrscher über Frankreich mit dem Ziel seine scheinbar uneingeschränkte Macht noch weiter auszubauen. Kaum im Amt erklärte er seinen Ministern und Räten: L'etat c'est moi. Der Staat, das bin ich. Dieser Ausspruch und seine feste Überzeugung der einzige rechtmäße König zu sein wurde von einer Staatsordnung gestützt, die er selbst geschaffen hatte.

Staatsordnung

An der Spitze stand allein der König Für den Sonnenkönig war es keine Frage, wer an der Spitze des Staates stehen musste. Er hatte die Antwort mit seinem berühten Ausspruch bereits gegeben und schrieb in seinen Memoiren: Es ist [Gottes] Wille, dass, wer als Untertan geboren ist [dem König] willenlos zu gehorchen hat.

Für 98% der Franzosen war, zur Zeit des Absolutismus’, das Leben von Elend und Armut geprägt. Sie gehörten dem 3. Stand an.

Tatsächlich führte die große Mehrheit seiner 'Untertanen' unter dem Sonnenkönig ein sehr ärmliches Leben. Ca. 24Mio Menschen lebten in totaler Armut. Wenn die Menschen Arbeit fanden, dann als Tagelöhner im Handwerk oder als Knecht oder Magd in der Landwirtschaft. Wer auf einem Bauernhof arbeitete musste dies für einen Hungerlohn tun, da der König von den Bauern Unmengen von Steuern verlangte. Wenn ein Bauer nicht zahlen konnte, holten Steuereinnehmer das Vieh aus dem Stall. Größer konnte der Unterschied zwischen dem Leben der Menschen und dem verschwenderischen Leben am Hof von Versailles gar nicht sein.

2% der Franzosen wurden durch Steuerbegünstigungen priviligiert. Geistliche und Adelige bildeten den 1. und 2. Stand

Von Steuern verschont blieben nur Geisliche und Adelige. Sie lebten meist von den Abgaben der Bauern. Etwa 500000 Menschen, die sich zu einer dieser Gruppen zählen konnten führten durch die Befreiung von Steuern ein begünstigtes Leben. Einige französiche Adelige versuchten gegenüber dem Sonnenkönig Erbansprüche geltend zu machen und hierdurch die eigene Machposition zu verbessern. Jedoch gelang es Ludwig den größten Teil seiner einflußreichen Kritiker durch Geschenke, Feste und persönliche Einladungen nach Versailles bei Laune zu halten. Schließlich wurden gut bezahlte Beamtenstellen oder die ein oder andere hohe Position in der Armee des Königs direkt vor Ort und vom König persönlich an treue Staatsdiener vergeben. Da das Leben am Hof von Versailles einer endlosen Party gleichkam und zugleich kostspielig war fand ein Großteil möglicher Kritiker des Königs eine befriedigende Perspektive und wurde zum Staatsdiener.

Die Armee des Königs

Im Auftrag des Königs wurden viele Kriege geführt. Es war die Entscheidung des Königs ein permanentes Heer zu unterhalten um vor Aufständen aus dem eigenen Land geschützt zu bleiben und zahlreiche Kriege mit dem Ausland führen zu können. Vom stehenden Heer versprach sich der König strategische Vorteile. So entfiel das zeitintensive und aufwendige Anheuern von Kriegern und die bedarfsweise Ausbildung neuer Rekruten. Aus Sicht des Königs überwogen die Vorteile den kostspieligen Nachteil eines fixen Solds für die Soldaten.

Blutige Schlachten

Ludwig XIV führte über 30 Jahre lang Kriege. Seine Truppen kämpften in den Niederladen, im heutigen Belgien und eroberten die alte deutsche Reichsstadt Straßburg. 9 Jahre dauerte der besonders grausame Krieg, der wegen zweifelhaften Erbansprüche in der Pfalz geführt wurde. Die blutigen Feldzüge im Rhein-Mosel Gebiet und in den Städten Oppenheim, Mannheim, Speyer, Worms und Heidelberg gingen als Raubkrieg in die Geschichte ein und gelten als historischer Schandfleck der Deutsch-Französischen Freundschaft.

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